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Eurorettung durch mediane Lohnvariierung

∪Diese Notmaßnahme zur Rettung der Währung im Euroraum ist ebenso einfach wie genial. Dieser Schritt rettet nicht nur das marode Griechenland, sondern den gesamten Euroraum.

Die Maßnahme erfordert lediglich einen Parlamentsbeschluss in den nationalen Parlamenten und eine anschließende Umsetzung des neuen Gesetzes.

Auf europäischer Ebene ist keine zusätzliche Einigung nötig.

Das neue Gesetz lautet folgendermaßen:
Alle Löhne im Staat werden mit dem Stichtag z.B. 1.10.2015 nicht mehr in Euro angegeben, sondern in Prozent zum medianen Einkommen.

Die Löhne und Gehälter der öffentlich Bediensteten könnte schon einen Monat früher umgestellt werden. Das Gehalt eines jungen Gemeindebediensteten wäre dann beispielsweise nicht mehr €1921.– Brutto, sondern 77,56%median. Ein Akademiker im Landesdienst hätte dann beispielsweise 184,78%median.

Das Gesetz bestimmt, dass die Löhne in der Privatwirtschaft nur mehr in Prozent zum medianen Einkommen vereinbart werden dürfen. Die Löhne der Privatwirtschaft werden dann nach dem Druck der neuen Kollektivverträge umgestellt. Die Höhe der Löhne ändern sich dadurch nicht. In der Zukunft schwanken die Löhne jedoch, je nachdem wie sich das mediane Einkommen entwickelt.

Zahlungen für Arbeitslosigkeit, Sozialhilfe, usw. werden ebenfalls in Prozent zum Median angegeben.

Pünktlich zum Monatsende veröffentlicht jedes statistische Zentralamt die Höhe des medianen Einkommens im Staat. Danach werden alle Lohn- und Gehaltszahlungen in Euro errechnet.

Wie wirkt dieses Gesetz:
Sinkt das mediane Einkommen, sinkt auch sofort das BIP des betreffenden Staates, denn die gesamte Bevölkerung ist sofort von dem Rückgang betroffen. Dadurch passen sich die Löhne ständig an die Wirtschaftskraft des Staates an. Durch die Senkung der Lohnkosten sinken auch sofort die Preise für die Produkte aus diesem Staat, sodass diese Produkte im europäischen Markt wieder konkurrenzfähiger werden. Dies bewirkt wiederum eine stärkere Nachfrage nach diesen Produkten, was die Wirtschaft wachsen lässt. Mit dem Wachstum der Wirtschaft steigt auch das mediane Einkommen. Der Regelkreis schließt sich.

Staaten mit hohen Arbeitslosenzahlen könnten mit einem einfachen Mechanismus das Gesetz noch effizienter machen. Dieser Mechanismus lautet folgendermaßen:
Man benutzt zur Umstellung ein medianes Einkommen aus der Vergangenheit.

Was bewirkt dieser Zusatz:
Er korrigiert mit einem Schlag die volkswirtschaftlichen Fehler der Zeit zwischen dem Jahr des gewählten Median und dem Jahr des Stichtages.

Zum Beispiel würde Griechenland den Median von 2008 benutzen, dann würden im Zuge der Umstellung, die Löhne der Spitzenverdiener und die Spitzenpensionen sofort um etwa 30% geringer werden. Dies deshalb, weil 2008 das mediane Einkommen um etwa 30% höher war.

Natürlich ist es dann notwendig, dass dies durch Erhöhung der Mindestrente, der Arbeitslosenunterstützung und ähnliches, ausgeglichen wird. Das gesamte Lohnvolumen sollte in etwa gleich bleiben, ansonsten würde das BIP sinken. Da in Griechenland die meisten Spitzeneinkommen den Staatsdienst betreffen, sind wahrscheinlich keine Steuererhöhungen notwendig, denn dann würden lediglich die Einsparungen an Löhnen zu den Arbeitslosen fließen. Schon im Folgemonat würde, durch diese Vorgehensweise, das mediane Einkommen wieder ansteigen.

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