Medianus

Persönlicher Glaube an Gott

Noch immer gibt es sehr unterschiedliche Zugänge zum Glauben an Gott. Einige wachsen in gläubigen Familien auf, für andere hat der Glaube keinerlei Bedeutung mehr. Ich wuchs in einer katholischen Gemeinde auf, wo ich auch als Baby getauft wurde. Ich bin eines von fünf Kindern eines Gastwirtes und wir mussten als Kinder noch jeden Sonntag zur Kirche gehen.

Glaube als Kind

Obwohl ich schon als Kind eine tiefe Abneigung zu unserem Pfarrer und auch zur Kirche hatte, der Glaube an Gott war bei mir immer irgendwie vorhanden. Dies war für mich niemals eine religiöse, sondern eher eine persönliche Sache. Ich kann mich beispielsweise genau erinnern, ich war etwa 10 Jahre alt und wollte mit Freunden ein Skirennen im Ort abhalten. Es war schon eher Frühling als Winter und der Schnee war schon ziemlich rar. Ich betete den ganzen Weg zur Kirche und auch wieder nach Hause damit der Schnee noch bis zum Rennen hält. Schon davor und danach bat ich Gott ständig darum, unseren Schnee doch bis zum Rennen nicht wegschmelzen zu lassen. Und der Schnee hielt genau dort wo wir unsere Rennpiste angelegt hatten. Es gab für mich damals keinen Zweifel und ich dankte Gott auch dafür. Meinen Freunden erzählte ich jedoch nichts davon.

Austritt aus der röm. kath. Kirche

Sofort nach der Schulpflicht trat ich aus der Kirche aus und bin seither offiziell ohne Bekenntnis zu einer Religion. Meine Beziehung zu Gott blieb jedoch seit meiner Kindheit gleich, er war für mich immer selbstverständlich, ohne religiös zu sein.

Gewissensbisse als Kind

Ein weiteres Erlebis aus der Kindheit betrifft mein Gewissen. Ich war etwa acht Jahre alt und kletterte an einem Gebäude im Dorf das Spalier eine Weinrebe hoch. Dort entdeckte ich das Nest einer Amsel mit kleinen Vögeln darin. Ich prahlte über meinen Fund und warf die Vogelbabys zu meinen Freunden runter. Während des Abstiegs vom Spalier sah ich die Amselmutter mit Futter im Schnabel. Noch heute sehe ich die suchenden Augen des Vogels, wenn ich daran denke. Mein Gewissen plagte mich tagelang und ich bat Gott weinend um Verzeihung als ich mich nachts im Bett wälzte, ohne einschlafen zu können. Noch heute spüre ich die Empfindung, die ich dabei hatte.

Gesundheit als Erwachsener

Jede Menge Gewissensbisse und Unfälle prägten auch mein Leben als Erwachsener. Bei manchen Unfällen wußte ich genau was ich wieder falsch gemacht hatte, bei anderen nicht. Krankheiten, wie Fieber oder Ernsthafteres kenne ich jedoch keine mehr seit ich erwachsen bin. Nur einmal hatte ich einen Polypen im Dickdarm, der im Krankenhaus koloskopisch entfernt wurde.

Führung durch Gott

Mir war auch schon früh klar, dass Gott mein Leben mehr führte als das bei den Menschen in meiner Umgebung der Fall war. Darum war mein gesamtes bisheriges Leben auch mehr chaotisch als geplant. Eine sogenannte Karriere kam mir nie in den Sinn. Es passierte immer irgendetwas, das dies und jenes verhinderte.

Ich studierte jedoch bestimmte Fachgebiete mit einer Intensität, die einem Studium fast gleichkommt. Es war immer ein innerer Drang, der mich dazu veranlasste. Heute weiß ich, dass Gott genau so auf unser Empfinden Einfluss nimmt. Ich war oft in Fachbücher so vertieft, dass ich tagelang kaum Essen zu mir nahm. Erst wenn ich ein bestimmtes Thema ausreichend durchgearbeitet hatte, kehrte Genugtuung ein und ich konnte mich wieder dem Leben widmen.

So war es auch zum Anfang des neuen Jahrtausend. Mein Thema war zuerst Geld und dann Volkswirtschaft. Beruflich hatte ich damals viel mit EDV und Computer zu tun, das erleichterte mir auch das private Studieren. Da ich vorher viel Geschichte und auch Religionsgeschichte studiert hatte, wurde ich immer mehr auf die Machenschaften Satans aufmerksam. Obwohl ich damals die Existenz eines solchen Wesens als Unsinn bezeichnet hätte.

Die Bibel

Erst im Jahr 2010 wurde ich dann auf die Bibel richtig aufmerksam. Vorher war sie eine beliebige Literatur für mich. Selbstverständlich hatte ich damals schon jahrelang ein Exemplar der Einheitsübersetzung in meiner Büchersammlung, aber eher aus historischen Interesse.

Erst seit ein paar Jahren ist mir klar, welches Glück mir zuteil wurde. Ich musste mich niemals ENTSCHEIDEN an Gott zu glauben. Er hat mich auch niemals verlassen. Einer traditionellen Religionsgemeinschaft anzugehören käme mir nach wie vor nicht in den Sinn.

Ebenso wenig käme mir in den Sinn, mich als erlöst zu betrachten. Ich würde mich eher als einen normalen Sünder bezeichnen. Aber eben einen der, im Gegensatz zu den meisten, die Stimme Gottes auch hören kann, wenn es Gott für notwendig hält.

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